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Träume und Pläne

 

 

Wenn ich viel schreibe, träume ich viel. Am nächsten Morgen schreibe ich meine Träume in meinen Morgenseiten auf.

Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, meine Träume aus allen Notizbüchern  in einem Traumtagebuch zu sammeln.

Entschieden habe ich mich für dieses hier:

Ich glaube zwar nicht an den ganzen esoterischen Rattenschwanz, der Träumen und Traumtagebüchern bisweilen anhaftet, aber ich will wissen, ob es Themen und Personen gibt, die immer wieder auftauchen. Außerdem nutze ich Träume gerne als Inspirationsquelle.

Das Motiv ist viellecht ein bisschen kitschig, aber ich finde, es passt. Ich habe beschlossen, mit meinem ersten Morgenseitenbuch und dem Tagebuch aus dieser Zeit anzufangen und habe deshalb Post-Its an die entsprechenden Stellen geklebt.

Dabei sind mir viele, viele schöne Stellen aufgefallen, die ich schon vergessen hatte, kluge Gedanken, überbordende Freude und großer Enthusiamus.

Heute regnet es leise, die Vögel singen und es ist friedlich … Ich trinke Kamillentee gegen die leichten Halsschmerzen und das Naselaufen und werde gleich die ersten Eintragungen machen.

Und dann werde ich heute „Nikodemus Bär“ überarbeiten – dessen Geschichte möchte ich nämlich dieses Jahr bei einem Literaturagenten unterbringen. 😀

 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag!
Eure Julia

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Wie man Steine verdaut

In mir ist eine tiefe Ruhe und ein großer Frieden.

Momentan glaube ich, dass diese Ruhe, diese starke Ruhe und dieser Frieden in mir ausreichen, um mit Vielem fertig zu werden. Diese Ruhe habe ich letzte Woche in meinem Tagebuch als „weit entfernten See in mir“ beschrieben, und es scheint tatsächlich so zu sein – keine sprudelnde Quelle, sondern ein ruhiger See, der unterirdisch gespeist wird und den ich nicht verliere.

Es ist, als schlage ich die Steine, die sich mir auf Magen und Seele legen wollen, in etwas Fluffiges, Glattes, Weiches und Weißes ein, etwa wie geschlagener Eischnee.
Dieses „Weiße“ ist sehr sanft nach außen hin, so dass es mich nicht verletzt – im Innen aber tobt ein schrecklicher Kampf, denn das Weiße zersetzt die Steine und macht sie, wenn schon nicht zu einem schmackhaften Nahrungsmittel, so doch zu etwas, dass ich vollends herunterschlucken und verdauen kann.

Die Nährstoffe, das sind die Lehren und die Selbsterkenntnis, die ich aus den Steinen gewinnen kann, speichere ich ab; das Unverdauliche aber, der Selbsthass, die Traurigkeit und die Selbstvorwürfe –  sie gehen verloren und werden abgestoßen. (Vielleicht heißt ja genau das: „Wie ein erwachsener Mensch mit etwas umgehen“?)

Aus meinen Morgenseiten, 22. März 2013

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Neuer „Stash“ – und Blogaward!

Hallo alle zusammen!

Eigentlich war dieser Blogeintrag ja schon für letzten Samstag geplant, aber dann hat mich das Wochenende so aus der Bahn geworfen, dass ich nicht dazu gekommen bin, bzw. keinen Kopf dafür hatte … Ja nun.

Zuerst einmal wollte ich ein paar Bilder zeigen, nämlich von meinem aktuellen Tagebuch und dann von zwei neuen Notizbüchern, die ich mir gekauft habe … Vielleicht ist das für den einen oder die andere ganz interessant. Ich mag sowas nämlich immer sehr gerne.

Das hier ist mein aktuelles Tagebuch. Eigentlich müsste es „Frankenstein-Tagebuch“ Weiterlesen

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„Sie schreiben aber klein!“

Letzte Woche hat ein Mitarbeiter einer anderen Firma, die momentan bei uns beschäftigt ist, meine Schrift kommentiert, als er was an meinem Schreibtisch machen musste und meine Notizzettel sah.

„Na, SIE ham aber ’ne kleine Schrift!“

„Ich weiß“, habe ich geantwortet, und bin meine Wasserflasche wegbringen gegangen.

Mich stört das. Seit ich denken kann meinen alle möglichen Leute, meine Handschrift kommentieren zu müssen, und immer heißt es: „Boah, schreibst du klein!“

Was soll das? Ich käme niemals auf die Idee, auf einen handgeschriebenen Notizzettel zu schauen und dann Sachen zu sagen wie: „SO schreibst du? Das kann doch niemand lesen!“, oder: „Na, für jemanden, der schon so lange aus der Grundschule raus ist wie du, ist das aber ganz schön krakelig …“

Ich mag meine Handschrift, ich liebe sie. Ich schreibe so viel mit der Hand, fülle Seite um Seite meiner Tagebücher, Morgenseitenbücher. Ich schreibe Gebete auf, Geschichten, Gedichte, Träume und Phantasien, ich zupfe mir farbige Gedanken aus meinem Kopf und mische sie in das Alltagsgrau.

Ich ersinne Charaktere, erfinde Personen und phantastische kleine Geschöpfe, die vor Persönlichkeit so sehr strotzen, dass sie fast von selbst aus den Seiten hervorklettern, sich zwischen den Zeilen erheben. Ich liebe meine Handschrift. Sie ist persönlich und wunderschön.

Diejenigen, die nur die „winzige Größe“ bemängeln, sehen die winzigen Bögen und Schnörkel nicht, aus denen sie besteht. Sie sehen nicht, wie hübsch die einzelnen Buchstaben sind, jeder einzigartig, einander ähnlich und doch nicht gleich. Dass es einen Unterschied macht, ob ein „h“, ein „m“ oder ein „n“ am Wortende steht ~ oder mittendrin. Dass ich keine geraden Gedankenstriche mache, sondern kleine Schlängel. Die kleinen Schnörkel beim „A“, beim „z“ und beim „h“. Für all das sind sie blind.

Es ist eben wie sonst im Leben auch: Die Leute sehen nicht richtig hin und schauen nur oberflächlich.

Aus meinem Tagebuch

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Fledermaus-Benni und Maja

Sooo … Nach einer einjährigen Abstinenz melde ich mich auch mal wieder zurück!

Hallo alle zusammen. 😀

Im letzten Jahr bin ich nicht viel zum kreativen Schreiben gekommen – es standen einfach zu viele letzte Hausarbeiten an, ganz zu schweigen von meiner Abschlussarbeit. Weil ich den so entstehenden Druck nicht noch vergrößern wollte, habe ich mich entschlossen, eine längere Blogpause einzulegen. Die Abschlussarbeit ist übrigens mittlerweile seit Ende September abgegeben und somit werde ich wohl dieses Jahr (falls nicht noch irgendetwas dazwischenkommt) mit meinem Studium fertig. 😀

Weil die Studienzeit so schön war (das war sie tatsächlich!), habe ich beschlossen, noch ein bisschen was dranzuhängen und beginne denn nun in Kürze meine Promotion. Ich freue mich wahnsinnig darauf, das Thema (im Fach Kirchengeschichte) ist spannend, es gibt kaum jemanden, der sich in den letzten fünfzig Jahren damit auseinandergesetzt hat und somit habe ich viel Platz, um meine eigenen Gedanken zum Thema ausbreiten und halbwegs ungestört forschen zu können, ohne dass man sich durch ganze Bibliotheken voller bereits vorhandener Sekundärliteratur schlagen muss.

Geschrieben habe ich im letzten Jahr natürlich trotzdem: Morgenseiten, Tagebuch (natürlich!), Blogeinträge für ein anderes großes Hobby, das mittlerweile viel Zeit einnimmt und Gebete, die ich, anstatt sie abends »nur« zu sprechen, aufsschreibe. Ansonsten war es ziemlich still, eine Anthologie ist jetzt allerdings doch noch erschienen – mehr dazu aber in einem späteren Blogeintrag.

Obwohl ich mich also (bis auf zwei Ausnahmen) an keiner Ausschreibung oder Ähnlichem beteiligt habe, möchte ich das ab diesem Herbst wieder ändern: Einerseits will ich endlich mal wieder am NaNoWriMo teilnehmen (und dieses Mal auch tatsächlich eine längere Story versuchen), andererseits mit einem Beitrag zur BA-Arbeit der wunderbaren Mo: Die wird nämlich für ihren Abschluss eine Anthologie auf die Beine stellen und die dort enthaltenen Kurzgeschichten illustrieren. Das Thema ist »Liebe wie Gurkensushi« und handelt von Beziehungen im Allgemeinen und im Besonderen.

Nachdem ich also gestern einige alte Dokumente geöffnet und mal geguckt habe, was ich zu dem Thema so auf Lager habe, fiel mein Blick auf den schönen Anfang der Geschichte »Fledermaus-Benni«.

»Fledermaus-Benni« erzählt die Geschichte zweier Kinder, nämlich Benni (oh Wunder) und Maja, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Benni und Maja sind so unterschiedlich, wie man sich das nur vorstellen kann. Was die beiden verbindet, ist ihre Rolle als Außenseiter: Während Maja laut und extroviertiert ist und sowohl ihre Eltern als auch ihre Mitschüler und Lehrer immer wieder mit ungewöhnlichen Einfällen und ihrer überschäumenden Phantasie irritiert, ist Benni der zurückgezogene Naturforscher, der Schwierigkeiten hat, sich für sich selbst einzusetzen und Konflikten im Allgemeinen lieber aus dem Weg geht. Es geht um Individualität, Freundschaft (na klar) und nicht zuletzt den Mut, anders zu sein als die anderen.

Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, was aus den beiden wird – Maja tanzt mir bereits sehr plastisch vor den Augen, und eventuell (das müsste ich mit Mo absprechen) kann ich auch an dieser Stelle ein bisschen erzählen, wie es mit den beiden weitergeht …

Ich schicke euch mal sonnige, warme Grüße von meinem Schreibtisch aus und sage dann: Bis bald!

Eure Julia 😀

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Der geplatzte Knoten

Yeah! Es ist kaum zu glauben, dass schon wieder so viel Zeit seit dem letzten Blogeintrag vergangen ist … Aber dafür ist hier auch einiges passiert.

Erstmal kommt innerhalb der nächsten Wochen die Anti-Gewalt-Anthologie »Voll in die Fresse« des RVV heraus Weiterlesen

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Und in der Zwischenzeit …

… war ich beschäftigt mit Geschichten. Mit erzählten und selbst erlebten und auch welchen, die ich selbst geschrieben habe.

Ich habe »Liebe am Ende der Welt« und »Ganz normale Helden« von Anthony McCarten verschlungen, einem neuseeländischen Schriftsteller, dessen Buch »Englischer Harem« ich schon vor drei oder vier Jahren lieben gelernt habe und den ich wegen seiner großartigen Protagonisten mag, die ganz normal sind, und in ihrer Normalität einzigartig. Die Figuren reflektieren sehr viel – ich tue das auch, vermutlich mag ich seine Bücher deswegen. McCartens Bücher kann ich jedem nur uneingeschränkt empfehlen. Er ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Ich habe mich wieder einmal an Stephen King versucht – diesmal unter der Prämisse, zu untersuchen, wie genau er seinen Horror schafft, der ihn so berühmt gemacht hat. Ein Stück weit weiß ich das jetzt – es gibt kaum eine Situation bei ihm, die rein positiv ist, oft schaffen winzige Kleinigkeiten, Gedankenfetzen oder äußere Details eine unruhige, bedrohliche Atmosphäre, beschreibt Personen, die sich extrem verändert haben und bösartig wirken mit »das Ding« und er benutzt Wörter, die schon vom Klang her unangenehm sind, wie beispielsweise »Kreischen«, die er dann auch ab und zu ein paar Mal wiederholt – aber trotzdem musste ich wieder einmal festellen, dass ich für Horrorgeschichten einfach nicht geschaffen bin und tatsächlich ein paar Nächte schlecht schlafe, weil mir Bilder und Sätze auch kurz vor dem Einschlafen noch im Kopf herum tanzen.

Außerdem habe ich endlich Gelegenheit gefunden, Neil Gaimans ersten Band der »Sandman«-Reihe zu lesen und weiß jetzt auch, warum sie überall so hoch gelobt wird und so oft ausgezeichnet wurde. Diese Graphic Novels stehen jetzt schon auf meinem Wunschzettel.
Seit heute morgen lese ich »Sie und Er«, ein wunderbares Buch von Andrea De Carlo, der genau wie McCarten im Diogenes Verlag verlegt wird und dessen Buch ich nur zufällig bekommen habe – ein glücklicher Zufall.

Ich habe letzte Woche zwei weitere Bücher von Haruki Murakami gekauft und bin – ebenfalls durch Zufall – an eine Gesamtausgabe von Herman Hesses Werken gekommen, ich bin immernoch total begeistert darüber.

Ich habe »The Avengers« und gestern Abend »Thor« gesehen, viel gelacht und über die Spezialeffekte gestaunt. Thor ist extrem sexy und Loki einer der interessantesten Bösewichte seit Langem.

Meine Hausarbeit in Kirchengeschichte ist fertig, und ich fange mit den Vorbereitungen für die nächste in Altem Testament an – dieses Mal geht es um sie Herrschaftsaufträge in der Schöpfungsgeschichte und bei Noah und ihre Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Mensch, Schöpfung und Gott.

Vorletzte Woche bin ich mehrere Morgenseiten- und Tagebucheinträge durchgegangen, und ich staune, wie viele richtig gute Sachen dabei sind.
Ich schreibe immernoch an »Death be not proud«, es ist schwierig, weil die Protagonistin sich nicht gern in die Karten sehen lässt und das Thema, um das es in der Geschichte geht, für sie und für mich sehr schwer ist. Es geht stetig voran, aber ich merke jetzt schon, dass es höchstwahrscheinlich keine Kurzgeschichte wird – eher irgend etwas anderres, über dessen Genre ich mir nicht sicher bin. Ein paar phantastische Elemente sind dabei, aber es ist keine Fantasygeschichte.
Mal sehen.

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