Wut

Frikkel war wütend. Sehr wütend sogar. Ehrlich gesagt hatte er eine ganz gemeine miese fiese Stinkwut im Bauch.

Er stapfte den Kiesweg entlang und zertrat absichtlich einige Ameisen. So! Das hatten sie nun davon.

Missmutig starrte er zum strahlend blauen Himmel hinauf. Dass die Sonne schien, gefiel ihm überhaupt nicht. Regen hätte ihm besser in den Kram gepasst.

»Pass doch auf, wo du hintrittst!«, schnauzte er. Eigentlich war niemand in der Nähe. Aber er tat es trotzdem. Es fühlte sich richtig an.

Vor dem Haus schnappte er sich noch die Gießkanne und füllte sie bis zum Rand mit brackigem Wasser aus der Regentonne. Anschließend goss er alles auf einmal über dem Rosenbeet aus. Das Wasser spritzte in alle Richtungen und bald hatte er klatschnasse Pfoten. Wütend heulte Frikkel auf und hüpfte mitten in das Erdbeerbeet hinein. Angeekelt schüttelte er sein Fell und verteilte dabei Dreckklumpen auf die weiß gestrichene Holzbank vor dem Küchenfenster.

Er riss die Haustür auf und schmiss sie mit voller Wucht hinter sich zu. Als er die Gläser im Schank klirren hörte, grinste er zufrieden. Jetzt ging es ihm besser.

Kurz überlegte er, ob er noch ein paar Teller an die Wand werfen könnte. Aber dann hätte er aufräumen müssen und darauf hatte er überhaupt keine Lust. Außerdem hatte er Angst sich zu schneiden.

Frikkel legte den Kopf schief und überlegte einen Moment. Ob er ein kleines bisschen schmollen sollte?

Er warf sich auf sein Bett und zog sich die Decke über den Kopf. Dass er immer noch kohlrabenschwarze Pfoten hatte, störte ihn dabei nicht. Jetzt gerade! Jetzt erst Recht mit dreckigen Füßen unter die Bettdecke!

Im Bett war es warm und gemütlich. Frikkel rollte sich zusammen und ringelte seinen Schwanz um die Pfoten. Er fühlte sich gut. Es hatte Spaß gemacht, wütend zu sein.

Und bald war er eingeschlafen.