Storm in a teacup

»Ich fasse es nicht! Das darf doch alles nicht wahr sein!«
Wütend feuerte ich meinen Spitzhut zwischen die Reagenzgläser, die ein empörtes Klirren von sich gaben.

Die Zimmertür öffnete sich.
»Was’n hier los?« Wolframs zotteliger Kopf erschien im Türrahmen. Er wirkte verwirrt – wahrscheinlich hatte er mal wieder zu lange in die Kristallkugel gesehen. »Was machste denn schon wieder für’n Terror?«

Ich verzog das Gesicht. »Ich krieg das einfach nicht hin!«, fauchte ich, »ich pack diese Aufgabe nicht!«
Wolfram kratzte sich am Kopf; er sah aus wie ein verwirrter Pavian. »Die Aufgabe … Welche nochmal?«
»Oh Mann!« Ich rollte entnervt mit den Augen, »die mit dem Storm in a Teacup natürlich!«
»Ahso … «

Fast konnte man sehen, wie Wolfram ein Licht aufging. »Und wo is’n jetzt dein Problem, Alter? Das war doch gar nich so schwierig!«
»Für dich vielleicht nicht«, knurrte ich, »aber ich kriege nur einen Sturm im Wasserglas hin!«
»Oh Mann, Alter«, Wolfram stieß sich vom Türrahmen ab und schlenderte ins Zimmer, »du machst dir da echt zu viel Stress! Hier«, er griff in die weiten Taschen seiner Robe und holte zwei Holzhumpen und einen Krug hervor, »wir trinken jetzt ersma einen.«

Wo er dieses ganze Gelumpe nur immer unterbrachte! Ich beäugte den Krug misstrauisch. »Bist du dir sicher, dass da auch wirklich Bier drin ist?«, grummelte ich, »du bist immer so verpeilt, wenn du diese langen Zukunftsvisionen hattest«

»Nene, alles easy« Wolfram kicherte albern und schüttelte den Kopf, »das is hundertprozentiges Bier, Mann. Ganz echt aus der Küche abgestaubt. Nur keine Panik …«
Er schenkte die Humpen mit Bier voll. »Auf deine Aufgabe, Grieselbert! Den besten Zimmernachbarn, denn man haben kann.«

Anmerkung: Das hier war eine Idee für die Wasserglasausschreibung des Wortkussverlages. Leider kam Wolfram zu Beginn nicht so rüber, und ich hatte  keine Idee, wie es weitergehen sollte. Außerdem felhte die Zeit, mich in Ruhe dranzusetzen. JETZT weiß ich allerdings, wie es weitergeht, und ich schreibe die Story wahrscheinlich trotzdem zu Ende. *happy*

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