Peregrin Pinguin

Gespräch mit dem Prota: Peregrin Pinguin

Neben mir auf dem Schreibtisch sitzt Peregrin Pinguin und schlenkert mit den Füßen. »Ich will ein Eis«, sagt er.

»Später«, antworte ich und blättere noch einmal durch den Ausdruck. »Wenn wir uns die Sache mit dem Ei überlegt haben.«

Peregrin seufzt und watschelt mit seinen Patschefüßchen über die Tischplatte. Vor dem Köcher mit den Stiften bleibt er stehen. »Ich will aber jetzt ein Eis!«, sagt er noch einmal und sieht mich herausfordernd an.

»Erst das Ei!«, sage ich.

Peregrin versucht mit seinem Flügel den roten Buntstift aus dem Körbchen zu ziehen. Das Körbchen kippt um und Faserschreiber, ein Radiergummi in Form einer Erdnuss, mehrere Lineale und ein Bleistift fallen heraus. Peregrin begutachtet die Erdnuss interessiert.

„Hrm-mhrm!“, mache ich.

Peregrin setzt sich auf das leere Körbchen und schaukelt ein bisschen vor und ein bisschen zurück. »Ich mag das Ei«, sagt er endlich, »das Ei soll auf jeden Fall bleiben.«

»Das Ei ist nicht das Problem«, sage ich. »Aargh ist das Problem. Aargh kann kein Papagei sein. Es geht nicht. Ich habe nachgesehen.«

Der kleine Pinguin überlegt einen Moment und balanciert dabei ein Holzlineal auf dem Schnabel. »Und was machen wir jetzt?«, fragt er schließlich.

»Naja«, ich blättere nochmals durch den Ausdruck, »eine der Testleserinnen hat vorgeschlagen, Aargh könnte ein Strauß sein. Oder ein Schnabeltier.«

»Schnabeltiere sind doof«, meckert Peregrin und watschelt zu meinem Postkartenstapel, »die können ja nicht einmal fliegen!«

Dazu sage ich lieber gar nichts.

»Was hältst du denn jetzt von der Idee mit dem Straußenei?«, frage ich schließlich vorsichtig. Peregrin überlegt einen Moment.

»Kann ich Papaya trotzdem besuchen?«, will er dann wissen. Ich muss lächeln. »Ja klar. Da hatte ich mich sowieso vertan. Es gibt keine Pinguine in Afrika. Wohl aber in Neuseeland.«

»Da haste dich aber bei ganz schön viel vertan!«, keckert der kleine Pinguin und bringt sich dann mit einem kleinen Sprung hinter dem Drucker in Sicherheit.

»Sei mal ganz vorsichtig da hinten!«, drohe ich ihm gespielt streng, »sonst schreibe ich gar nicht mehr weiter und du kannst sehen, wie du mit dem Ei zurechtkommst.«

Peregrin kommt hinter dem Drucker hervor und setzt sich auf mein Notizbuch. »Ich meinte das gar nicht böse«, sagt er und sieht mich treuherzig an.

Ich streiche ihm über den Kopf und gebe ihm einen liebevollen Klaps auf den Schnabel. »Das weiß ich doch«, sage ich. »Also ist das Straußenei beschlossene Sache?« Peregrin nickt eifrig.

»Dann ist ja gut«, sage ich, und hole das Eis aus dem Kühlfach.

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