Die winzige Geschichte von der Melancholie

Die Melancholie schaut immer mal wieder bei mir vorbei. Jetzt stellt sie ihr kleines grünes Köfferchen in der Farbe von Seegras im Flur ab und tapert ins Wohnzimmer.

»Schön ist es hier!«, sagt  sie und lehnt den lilafarbenen Schlafsack, den sie bis gerade noch zusammengerollt unterm Arm trug, an die Wand neben dem Esstisch.

Ich beäuge immer noch skeptisch das Köfferchen. » Kommst du von wo?«, frage ich beiläufig.

»Jawohl«, sagt die Melancholie und hockt sich auf das Sofa.

»Bleibst du denn lange?«, will ich wissen. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

»Oh, ich weiß noch nicht«, sagt die Melancholie und nimmt sich ein Plätzchen aus der Porzellanschale meiner Großmutter, »vielleicht eine kleine Weile …«

(23. Mai 2011)

Eine Antwort zu “Die winzige Geschichte von der Melancholie

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