Verlassen II

Es ist aus.
Ich weiß das.
Er nicht.
Es geht nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr für mich.
Die erste Haltestelle.
Er klang so fröhlich am Telefon, als ich sagte, ich komm vorbei.
Ich
komme vorbei. Nicht er.

Jeder neue Halt der Straßenbahn erzählt mir von unserem Jahr.
Hier haben wir uns geküsst. Hier sind wir ausgestiegen und zu ihm nach Hause gelaufen.
Ich fahre mit der Hand über die Fernsterummantelung aus Gummi. Verkratzt und kaputt, so wie ich.
Ich weiß nicht mehr, ob es das noch ist – das, was ich will.

Ich bin raus.
Wut kriecht in mir hoch, Wut auf mich, weil ich so feige bin und es nicht noch einmal probiere.

(02. Juni 2010)

Eine Antwort zu “Verlassen II

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