Archiv der Kategorie: Handwerk

Träume und Pläne

 

 

Wenn ich viel schreibe, träume ich viel. Am nächsten Morgen schreibe ich meine Träume in meinen Morgenseiten auf.

Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, meine Träume aus allen Notizbüchern  in einem Traumtagebuch zu sammeln.

Entschieden habe ich mich für dieses hier:

Ich glaube zwar nicht an den ganzen esoterischen Rattenschwanz, der Träumen und Traumtagebüchern bisweilen anhaftet, aber ich will wissen, ob es Themen und Personen gibt, die immer wieder auftauchen. Außerdem nutze ich Träume gerne als Inspirationsquelle.

Das Motiv ist viellecht ein bisschen kitschig, aber ich finde, es passt. Ich habe beschlossen, mit meinem ersten Morgenseitenbuch und dem Tagebuch aus dieser Zeit anzufangen und habe deshalb Post-Its an die entsprechenden Stellen geklebt.

Dabei sind mir viele, viele schöne Stellen aufgefallen, die ich schon vergessen hatte, kluge Gedanken, überbordende Freude und großer Enthusiamus.

Heute regnet es leise, die Vögel singen und es ist friedlich … Ich trinke Kamillentee gegen die leichten Halsschmerzen und das Naselaufen und werde gleich die ersten Eintragungen machen.

Und dann werde ich heute „Nikodemus Bär“ überarbeiten – dessen Geschichte möchte ich nämlich dieses Jahr bei einem Literaturagenten unterbringen. 😀

 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag!
Eure Julia

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Massenhaft UFOs

Neenee, keine Angst. Auch wenn man fast jeden Tag auf WordPress mindestens einen Blog zu diesem Thema hat (oder über Kornkreise, das Ende der Welt, Botschaften aus dem All) … Solche Ufos meine ich nicht. :mrgreen:

»UFO« kann auch etwas völlig anderes bedeuten, »Unfinished Object« nämlich. Das ist etwas, das noch nicht fertig ist, das kann eine Socke sein, ein angefangenes Bild oder eine Collage …

Und weil sich auch bei mir massenhaft UFOs stapeln, habe ich jetzt den Entschluss gefasst, die nach und nach abzuarbeiten.
Um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, habe ich also alle unfertigen Geschichten in einen extra Ordner auf meinem PC gepackt, und dann zwecks besserer Transportmöglichkeiten ausgedruckt. Damit es mehr Spaß macht, auf farbigem Papier. Das sieht  dann so aus:

Da kann selbst »Mars Attacks!« nicht gegen anstinken

Das sind bei weitem nicht alle, aber irgendwo musste ich anfangen. Jede einzelne Farbe steht für ein bestimmtes Genre; von links nach rechts sind das:

– Erotik (rot)
– Popliteratur (orange)
– Lyrik (gelb)
– Zwischendrintexte (hellgrün)
– Fantasy (dunkelgrün)
– Belletristik (hellblau – also alles, was nicht in eines der anderen Genres passte)
– Kindergeschichten (blau)
– Ideen (hellrosa)
– Schweinehundgeschichten (rosa)

Eine der Fantasygeschichten (»Weber der Zeit«) liegt gerade bei einer Testleserin, die Schweinehundgeschichten sind zum Teil zur Hälfte fertig. Ganz schön viel – aber wie gesagt, nach und nach werde ich mir jeweils einen Text vornehmen und den dann zu Ende schreiben.
Ich freu mich schon … Ach so, irgendwann nächste Woche kommt dann auch »Müdigkeit« als neues Notizbuchfragment. 😀

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende!  Geht raus und genießt die Sonne! 😀

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Inspiration, Teil I: Blumen und Pflanzen

Erstmal: Es tut mir Leid! Ich weiß, »morgen« ist an und für sich kein dehnbarer Begriff, aber nachdem ich vier(!) Versionen dieses Artikels angefangen habe und mit keinem zufrieden war, bin ich zum guten, alten handschriftlichen Rohtext übergegangen, und das hat dann geholfen. Sehr passend, bei diesem Artikel eine Schreibblockade zu bekommen, ich weiß. 😉 Viel Spaß beim Lesen!

 

Ich mag Blumen. Pflanzen generell. Dabei ist mir völlig egal, ob die Pflanze im Topf, in der Vase oder in einem größeren Kübel steht.

Auf meinem Schreibtisch habe ich allerdings keine Blumen stehen. Ich weiß, ich weiß, es ist gut für das Arbeitsklima  und es sieht auch ganz toll aus, aber

a) ist mein Schreibtisch zu voll und
b) bin ich ein großes Talent darin, Sachen um- oder runterzuschmeißen.

Besser keine Vase. 😉

Als Ausgleich habe ich meine Fensterbank mit Blumen  voll gestellt – mindestens zwei Pflanzen sind immer da. Eine davon sind die Tulpen, die ich mir für aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Sehr billig, aber trotzdem sind alle drei Zwiebeln aufgegangen, und sie blühen immer noch.

Drei Tulpenzwiebeln im Topf
Rote Tulpen

Und dann ist da noch der Ficus. Den Ficus habe ich vor Weihnachten(!) gekauft und er lebt immer noch. Das ist echt großartig, weil ich gerne mal vergesse, meine Zimmerpflanzen zu gießen.

Mein Ficus
Mein Ficus – ca. drei Monate alt

Warum die Pflanzen unter Inspiration stehen? Jedes Mal, wenn es gerade nicht so gut läuft, guck ich zur Fensterbank und ich merke: „Ich kann.“ Und selbst wenn damit nur gemeint ist: »Ja, ich schaffe es, zwei Topfpflanzen regelmäßig zu gießen« (etwas, für das man selten ausgezeichnet wird) – manchmal hilft selbst das. Es kann eben doch so einfach sein. 😉

Übrigens: Wer keine Blumen mag, weil er unter Heuschnupfen leidet, Blumen nicht leiden kann oder auch schlicht und ergreifend keinen Platz hat, der kann sich auch ein Teelicht in die Nähe des Schreibplatzes stellen (ich hab eins auf dem Schreibtisch). Kieselsteine, Knöpfe, ein kleines Stofftier, eine Postkarte … Irgend etwas, das man mag und das man gern bei sich hat.

Vielleicht stellst du fest, dass du kein Fan von »Atmosphäre« bist. Aber falls doch – dann mach ruhig. Schließlich soll Schreiben Spaß machen. 😉

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Vier todsichere Tipps, um endlich mit dem Schreiben zu beginnen

Vor ca. zwei Wochen habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben. Die Idee kam mir beim Spülen, und sobald ich damit fertig war, setzte ich mich an den Laptop und fing an zu tippen. Es war wundervoll. Die Geschichte schrieb sich wie aus einem Guss, und ich war mehr als zufrieden.

Ich war sogar so zufrieden, dass ich außer  Mo  noch eine liebe Kollegin testlesen ließ. (Danke nochmal, euer Feedback war super! :D)

Gestern wollte ich mich dann an die Überarbeitung machen. Ganz in Ruhe alles einmal durcharbeiten.
HA-HA.

Plötzlich hatte ich hunderttausend Sachen zu tun, unter anderem:

  • Wäsche abnehmen (irre wichtig, um schreiben zu können).
  • Kakao machen (denn ohne kann ich auf einmal nicht mehr schreiben).
  • Ausprobieren, ob weißes Rauschen tatsächlich die Konzentration steigert (tut es nicht – jedenfalls nicht meine).
  • Wichtige Artikel im Netz lesen: »Verbessern Sie Ihr Zeitmanagement zum kreativen Schreiben!« (kein Kommentar).

Und dabei wusste ich: ›Du willst gar keinen Kakao. Du drückst dich nur vor dem Schreiben!‹ Von den restlichen Sachen gar nicht zu reden …

Letztendlich habe ich an der Geschichte gearbeitet, zwei von fünf Seiten stehen jetzt, aber mir sind gestern Abend wieder vier todsichere Tipps eingefallen, die garantieren, dass man wirklich, wirklich schreibt.

1. Hör auf, dir was vorzumachen.
Du willst keinen Kakao. Oder Ziegenkäsetoast mit Tomaten und Rucola. Und du hast auch deine letzten fünf Geschichten ohne grün geblümte Strickmütze geschrieben. (Die Mütze trägst du sowieso nie, weil du Angst hast, dafür verprügelt zu werden.)

2. Setz dich an den Schreibtisch.
Oder stell dich ans Schreibpult. Oder leg dich aufs Bett. Wo du halt schreibst.

3. Setz dir ein Limit.
Das kann eine bestimmte Seitenanzahl sein oder eine Zeit, meinetwegen »zehn Minuten«. Stell dir die Eieruhr, das Handy oder schau zur Not auf die Uhr. Kleine Einheiten sind besser als große. Weniger ist mehr.

4. Fang einfach an.
Mach dir klar: Egal, wie gut es ist, mindestens einmal wirst du das, was du schreibst, ohnehin noch überarbeiten wollen. Also: Hau rein!

Egal, was andere schreiben oder erzählen, aber diese vier Schritte sind für mich der einzig garantierte Weg, etwas geschafft zu bekommen.
Natürlich ist es okay, eine Kerze anzuzünden, die Glückssocken anzuziehen und mit dem Hund rauszugehen, bevor er sich unter der Tür durchgräbt. All das ist okay – solange man dabei das Schreiben nicht vergisst.

Mach dir nichts vor.
Setz dich hin.
Setz dir ein Limit.
Und dann
Fang einfach an.

Denn dazu bist du Schriftsteller.

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Was tun bei Ladehemmung? oder Durchgeblättert II

Es gibt mehrere Gründe, warum man nicht schreiben kann.

Erstens: »Mir fällt nichts ein.«
Das ist ein klassischer Fall von Schreibblockade. Sie tritt gerne mal auf, wenn man sich übermüdet an den Schreibtisch oder vor das Notizbuch setzt, viel zu viel auf einmal schreiben möchte oder jetzt sofort gleich etwas zu Papier bringen muss – zum Beispiel bei Hausarbeiten, die man zu lange aufgeschoben hat. 😉

Bei einer klassischen Schreibblockade hat man zwei Möglichkeiten:
1.) Man lässt es für den Moment sein und tut etwas anderes, um sich selbst zu »entkrampfen«. Solange das nicht in monatelange Schreibabstinenz ausartet, kann das durchaus okay sein.
2.) Man verabschiedet sich von der Idee, jetzt sofort gleich im nächsten Moment etwas aufzuschreiben, das den Pulitzerpreis bekommen wird und fängt einfach an.

Ich persönlich bevorzuge die zweite Möglichkeit – aber ich weiß auch, dass es verdammt schwierig ist, dem innere Zensor den Saft abzudrehen, wenn er erst einmal ins Megaphon brüllt. (Wobei … Megaphone haben ja keinen Stecker …)

Zweitens: »Ich stecke fest!«
Das kann mehrere Ursachen haben. Meistens bedeutet es, dass (ich zitiere jetzt einen mir unbekannten Autor und habe auch vergessen, aus welchem Buch ich das habe oder obs überhaupt in einem Buch oder im Internet stand …) »etwas mit dem Protagonisten, dem Plot oder der Geschichte nicht stimmt«.
Aha.
Das habe ich auch schon ein paar Mal gehabt – und meistens hilft es mir dann, eine neue Dokumentenversion anzulegen (ich speichere meine Geschichten immer unter Nummern, die Rohfassung ist also 1.0, die erste Überarbeitung ist 1.1, die zweite 1.2 und so weiter …  Momentan variiert das noch und ich bin dabei, mir ein einheitliches und übersichtlicheres System zuzulegen).
In dieser neuen Version setze ich dann an dem Punkt an, ab dem es Theater gab – und probiere etwas ganz anderes aus.
Das kann auch durchaus mal dauern – für »Glasklar« habe ich ungefähr vier bis fünf Anläufe gebraucht. 😉 Das Problem dabei war einfach, dass ich in der Rohfassung eigentlich in eine Charakterbeschreibung reingerutscht bin – und somit hatte ich zig Informationen über Markus (meinen Protagonisten), die für den Plot irrelevant waren.
Also – abspeichern und ausprobieren! 🙂

Drittens: »Ich würd ja gern, aber …«
Auch hier kenne ich zwei Situationen, in denen dieses Problem greift.
1.) Man möchte gerne schreiben, aber der kleine Schweinehund hat keine Lust.
Das kennt jeder. Egal bei was. Ob man nun zeichnet, arbeitet, schreibt, bügeln, staubsaugen oder den Abwasch machen muss – wenn der kleine Schweinehund gerade keine Lust hat, dann kann es haarig werden.
Jeder geht mit diesem Problem anders um – die einen belohnen sich anschließend und motivieren sich so, andere zwingen sich einfach zur Selbstdisziplin.
Ich schreibe dann darüber, dass er keine Lust hat. Dass das tatsächlich funktioniert, finde ich faszinierend, aber es klappt tatsächlich – während der Vorbereitung auf eine wichtige Klausur zu Beginn des Semesters konnte ich Phasen, in denen ich kene Lust hatte, durch Schreiben überwinden.
War der Schweinehundtext erstmal fertig, dann ging es auch mit dem Lernen.
Dabei ist übrigens auch »Comics« entstanden. 🙂

2.) Man weiß zwar, dass man schreiben will … Aber nicht, was. Das habe ich ganz oft, und meistens abends. Aus meinem »schreibenden Freundeskreis« hat niemand sonst das Problem, aber vielleicht kann sich der eine oder andere Leser damit identifizieren. 🙂
Es kann vorkommen, dass ich (spät-)abends vor dem Laptop sitze und Lust habe, etwas zu schreiben.
Was genau, weiß ich nicht, ich spüre nur (im Bauch, für Detailfanatiker und Hobbypsychologen), dass ich schreiben will. Das kann zu einem echten Problem werden, denn ich habe schon einige Abende damit verbracht, vor einem Blatt Papier zu sitzen und – vergeblich – zu versuchen, »irgendetwas« hinzuschmieren. Gepaart mit einem hellwachen inneren Zensor funktioniert das überhaupt nicht. Mist.
Alternativ verbringe ich dann ein, zwei Stunden damit, alte, unfertige Texte anzulesen und zu gucken, ob sich die Lust einstellt, einen davon heute Abend zu Ende zu bringen …
Bisher enden diese Abende in Ratlosigkeit und einer kleinen Portion Frust.
Hat jemand eine Idee?

Passend dazu habe ich beim Durchblättern ein Notizbuchfragment gefunden – hier ist die Ladehemmung. 🙂

Viel Spaß beim Lesen!

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Die richtige Zeit zum Schreiben

Wann schreibt man am besten? Wann schreibe ich am besten? Wann ist die produktivste Tageszeit zum Schreiben? Und variiert das eventuell, je nachdem, was man gerade macht?

In jeden Semesterferien werde ich oft zum Nachtmenschen. Das heißt, ich gehe ganz oft erst nach Mitternacht ins Bett und stehe morgens so gegen neun, zehn Uhr auf (wenn ich kann). Das heißt aber nicht, dass ich bis nachts um drei schreibe … Ich höre Musik, surfe im Netz, lese hier einen Artikel und da und überlege, was ich alles schreiben könnte, aber ich schreibe dann doch nichts, denn es ist schon so spät …

Mittlerweile finde ich mich damit ab, dass ich doch ein Morgenmensch bin. Das ist zwar weniger cool, weil ich nicht mehr zu den »Geschöpfen der Nacht« gehöre, sondern ganz spießig morgens aufstehe, mir Tee koche und dann meine Morgenseiten schreibe – aber hey, es ist auch ganz schön, morgens die Vögel singen zu hören, bevor der Verkehr dazwischenbrüllt. Von der Baustelle ganz zu schweigen.

Zum Schreiben von kreativen Texten gibt es eigentlich keine richtige Tageszeit. Jedenfalls nicht eine für alle.
Einige schreiben nachts, darunter viele Horrorautoren. Das schreit nach Klischee, aber mal ehrlich: Wer will (oder kann!) schon irgendwelche Monster aus Gullys kriechen oder den nächsten Protagonisten irre werden lassen, wenn draußen die Sonne scheint und das Nachbarkind aus vollem Hals »Hänschen klein« singt?.
Andere fangen früh morgens an. Judith Wolfsberger schreibt in »Frei geschrieben!«, das sei insofern sinnvoll, als dass der Kopf morgens noch klar ist: Man hatte noch keinen Stress, hat sich noch nicht gestritten, und so viel Chaos hat man hoffentlich noch nicht verursacht …
Ab wann man »morgens« definiert, ist allerdings unterschiedlich: B.F. Skinner steht angeblich um fünf Uhr morgens auf (schreibt Wolfsberger). Das wäre mir aber zu früh – immerhin singen sich die Vögel da ja gerade erst warm …

Ich schreibe morgens Morgenseiten und abends Tagebuch. Meine Notizbuchfragmente schreibe ich den ganzen Tag über, wann immer ich gerade Zeit habe. Momentan stehe ich so um acht herum auf, trinke Tee und schreibe Morgenseiten. Anschließend frühstücke ich und fange dann an zu lernen oder zu schreiben. Und dann kann ich irgendwann nachmittags feststellen: »Wow, ich hab ja doch schon einiges geschafft«.

Und das ist, obwohl vielleicht uncool, ein ziemlich gutes Gefühl. 😉

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Schreiben für die Uni

Es gibt mehrere »Schreibarten«, die meinen Tag bevölkern.
Neben den Notizbuchfragmenten, aus denen dann meistens Ideen, kleine Texte (wie zum Beispiel die Wollmäuse) oder Kurzgeschichten entstehen, schreibe ich Morgenseiten und abends oft Tagebuch, bevor ich ins Bett gehe – meistens, um den Tag Revue passieren zu lassen und den Kopf frei zu kriegen.
Gedichte kann ich nicht planen; meistens gibt es Verse oder ganze Strophen, oft aber auch einzelne Wortphrasen, die mir im Kopf herumtanzen und bei denen ich beim Niederschreiben merke, dass da noch eine ganze (kleine) Menge nachkommt.

Zusätzlich zu der ganzen kreativen Schreiberei habe ich jetzt noch eine Hausarbeit anzufertigen; und das erfordert eine etwas andere Handhabung der ganzen Sache.  Es bedeutet, dass ich tatsächlich dranbleiben muss, wenn ich mich nicht nächsten Winter erst durch fünf Hausarbeiten ackern will, bevor ich dann hoffentlich mit meiner Abschlussarbeit anfangen kann.

Da ich ein Mensch bin, der wahnsinnig gut arbeiten kann, wenn er Spaß an etwas hat, bin ich dazu übergegangen, mir wirklich nur noch Themen für Hausarbeiten zu suchen, die mich auch tatsächlich interessieren.
Ansonsten passiert bei mir genau das, was man in der vorlesungsfreien Zeit permanent in studentischen sozialen Netzwerken zu lesen und von Freunden zu hören bekommt: Man putzt die Wohnung, wäscht die Mülleimer aus, entwickelt eine große Vorliebe für komplizierte Gerichte, die eine mindestens zweieinhalbstündige Anwesenheit in der Küche erfordern, meldet sich bei blödsinnigen Browsergames an und züchtet virtuelles Obst und Gemüse …

Um also in den Fluss zu kommen und die Hausarbeit bestmöglich in meinen Alltag zu integrieren, schreibe ich seit zwei Wochen wieder Morgenseiten: Also 20 Minuten einfach runterschreiben, was einem so durch den Kopf geht.*
Zusätzlich habe ich den Schreibtisch komplett leer geräumt, so dass wirklich nur noch Dinge in Reichweite liegen, die ich entweder brauche, oder die mich nicht stören (also Glücksbringer, Fotos und so).
In den folgenden Wochen werde ich mich jetzt durch die gesamte Literatur ackern, lesen, zusammenfassen und so viel Arbeit wie möglich vorwegnehmen. Anschließend werden Rohtexte geschrieben (das heißt also, ich schreibe die einzelnen Kapitel locker herunter), die dann überarbeitet und »verwissenschaftlicht« werden.
Sehr geholfen hat mir bei dieser Art zu arbeiten Judith Wolfsbergers Buch »Frei geschrieben!«, dass eigentlich in jedes Proseminar übers Hausarbeitenschreiben gehört …

Durch dieses zusätzliche Projekt bin ich mir momentan nicht ganz sicher, ob und wie viele Notizbuchfragmente ich in den nächsten Wochen werde posten können; ich werde aber auf jeden Fall Bescheid geben.
Ärgerlich ist es nur, dass momentan unsere foreninterne Ausschreibung läuft, für die ich auch bereits eine Kurzgeschichte eingereicht habe (dazu später mehr); und ich kann mir sicher sein, dass ich ganz viel Lust bekommen werde zu schreiben, wenn ich eigentlich an der Hausarbeit sitzen müsste. 😉

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende und einen ganz tollen Tag! 🙂

*Das Konzept der Morgenseiten stammt von Julia Cameron, einer amerikanischen Schriftstellering, deren Buch »The Right to Write« (»Von der Kunst des Schreibens«) man unbedingt gelesen haben sollte, wenn man sich für kreatives Schreiben interessiert.

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