Archiv der Kategorie: Eigene Schreibe

Träume und Pläne

 

 

Wenn ich viel schreibe, träume ich viel. Am nächsten Morgen schreibe ich meine Träume in meinen Morgenseiten auf.

Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, meine Träume aus allen Notizbüchern  in einem Traumtagebuch zu sammeln.

Entschieden habe ich mich für dieses hier:

Ich glaube zwar nicht an den ganzen esoterischen Rattenschwanz, der Träumen und Traumtagebüchern bisweilen anhaftet, aber ich will wissen, ob es Themen und Personen gibt, die immer wieder auftauchen. Außerdem nutze ich Träume gerne als Inspirationsquelle.

Das Motiv ist viellecht ein bisschen kitschig, aber ich finde, es passt. Ich habe beschlossen, mit meinem ersten Morgenseitenbuch und dem Tagebuch aus dieser Zeit anzufangen und habe deshalb Post-Its an die entsprechenden Stellen geklebt.

Dabei sind mir viele, viele schöne Stellen aufgefallen, die ich schon vergessen hatte, kluge Gedanken, überbordende Freude und großer Enthusiamus.

Heute regnet es leise, die Vögel singen und es ist friedlich … Ich trinke Kamillentee gegen die leichten Halsschmerzen und das Naselaufen und werde gleich die ersten Eintragungen machen.

Und dann werde ich heute „Nikodemus Bär“ überarbeiten – dessen Geschichte möchte ich nämlich dieses Jahr bei einem Literaturagenten unterbringen. 😀

 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag!
Eure Julia

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Handwerk, Projekte, Tagebuch

17 Jahre ich

Als ich vor zwei, drei Wochen wieder damit begann, richtig viel zu schreiben, kam es einem kleinen Schock gleich, als ich begriff, dass ich seit 17 Jahren Tagebuch schreibe.

Natürlich weiß ich, wie viele Notizbücher Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe

Neuestes Gedicht

Over the years
I’ve changed a lot.
I took a twelve-step-course
over broken glass
Lost my wings and re-grew them.

My body has altered.
It was ugly once, and is now unique and beautiful.
I disembowelled myself and gave birth to a healthy new me

Out of my ashes
I stood, naked.

I can see all the colours now,
and most of the hidden patterns.

I have gone for a quest with the help of God
and found
myself,
deep hidden in my heart.

Notizbuchfragment, 09. Februar 2014.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe

„Sie schreiben aber klein!“

Letzte Woche hat ein Mitarbeiter einer anderen Firma, die momentan bei uns beschäftigt ist, meine Schrift kommentiert, als er was an meinem Schreibtisch machen musste und meine Notizzettel sah.

„Na, SIE ham aber ’ne kleine Schrift!“

„Ich weiß“, habe ich geantwortet, und bin meine Wasserflasche wegbringen gegangen.

Mich stört das. Seit ich denken kann meinen alle möglichen Leute, meine Handschrift kommentieren zu müssen, und immer heißt es: „Boah, schreibst du klein!“

Was soll das? Ich käme niemals auf die Idee, auf einen handgeschriebenen Notizzettel zu schauen und dann Sachen zu sagen wie: „SO schreibst du? Das kann doch niemand lesen!“, oder: „Na, für jemanden, der schon so lange aus der Grundschule raus ist wie du, ist das aber ganz schön krakelig …“

Ich mag meine Handschrift, ich liebe sie. Ich schreibe so viel mit der Hand, fülle Seite um Seite meiner Tagebücher, Morgenseitenbücher. Ich schreibe Gebete auf, Geschichten, Gedichte, Träume und Phantasien, ich zupfe mir farbige Gedanken aus meinem Kopf und mische sie in das Alltagsgrau.

Ich ersinne Charaktere, erfinde Personen und phantastische kleine Geschöpfe, die vor Persönlichkeit so sehr strotzen, dass sie fast von selbst aus den Seiten hervorklettern, sich zwischen den Zeilen erheben. Ich liebe meine Handschrift. Sie ist persönlich und wunderschön.

Diejenigen, die nur die „winzige Größe“ bemängeln, sehen die winzigen Bögen und Schnörkel nicht, aus denen sie besteht. Sie sehen nicht, wie hübsch die einzelnen Buchstaben sind, jeder einzigartig, einander ähnlich und doch nicht gleich. Dass es einen Unterschied macht, ob ein „h“, ein „m“ oder ein „n“ am Wortende steht ~ oder mittendrin. Dass ich keine geraden Gedankenstriche mache, sondern kleine Schlängel. Die kleinen Schnörkel beim „A“, beim „z“ und beim „h“. Für all das sind sie blind.

Es ist eben wie sonst im Leben auch: Die Leute sehen nicht richtig hin und schauen nur oberflächlich.

Aus meinem Tagebuch

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe

Und in der Zwischenzeit …

… war ich beschäftigt mit Geschichten. Mit erzählten und selbst erlebten und auch welchen, die ich selbst geschrieben habe.

Ich habe »Liebe am Ende der Welt« und »Ganz normale Helden« von Anthony McCarten verschlungen, einem neuseeländischen Schriftsteller, dessen Buch »Englischer Harem« ich schon vor drei oder vier Jahren lieben gelernt habe und den ich wegen seiner großartigen Protagonisten mag, die ganz normal sind, und in ihrer Normalität einzigartig. Die Figuren reflektieren sehr viel – ich tue das auch, vermutlich mag ich seine Bücher deswegen. McCartens Bücher kann ich jedem nur uneingeschränkt empfehlen. Er ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Ich habe mich wieder einmal an Stephen King versucht – diesmal unter der Prämisse, zu untersuchen, wie genau er seinen Horror schafft, der ihn so berühmt gemacht hat. Ein Stück weit weiß ich das jetzt – es gibt kaum eine Situation bei ihm, die rein positiv ist, oft schaffen winzige Kleinigkeiten, Gedankenfetzen oder äußere Details eine unruhige, bedrohliche Atmosphäre, beschreibt Personen, die sich extrem verändert haben und bösartig wirken mit »das Ding« und er benutzt Wörter, die schon vom Klang her unangenehm sind, wie beispielsweise »Kreischen«, die er dann auch ab und zu ein paar Mal wiederholt – aber trotzdem musste ich wieder einmal festellen, dass ich für Horrorgeschichten einfach nicht geschaffen bin und tatsächlich ein paar Nächte schlecht schlafe, weil mir Bilder und Sätze auch kurz vor dem Einschlafen noch im Kopf herum tanzen.

Außerdem habe ich endlich Gelegenheit gefunden, Neil Gaimans ersten Band der »Sandman«-Reihe zu lesen und weiß jetzt auch, warum sie überall so hoch gelobt wird und so oft ausgezeichnet wurde. Diese Graphic Novels stehen jetzt schon auf meinem Wunschzettel.
Seit heute morgen lese ich »Sie und Er«, ein wunderbares Buch von Andrea De Carlo, der genau wie McCarten im Diogenes Verlag verlegt wird und dessen Buch ich nur zufällig bekommen habe – ein glücklicher Zufall.

Ich habe letzte Woche zwei weitere Bücher von Haruki Murakami gekauft und bin – ebenfalls durch Zufall – an eine Gesamtausgabe von Herman Hesses Werken gekommen, ich bin immernoch total begeistert darüber.

Ich habe »The Avengers« und gestern Abend »Thor« gesehen, viel gelacht und über die Spezialeffekte gestaunt. Thor ist extrem sexy und Loki einer der interessantesten Bösewichte seit Langem.

Meine Hausarbeit in Kirchengeschichte ist fertig, und ich fange mit den Vorbereitungen für die nächste in Altem Testament an – dieses Mal geht es um sie Herrschaftsaufträge in der Schöpfungsgeschichte und bei Noah und ihre Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Mensch, Schöpfung und Gott.

Vorletzte Woche bin ich mehrere Morgenseiten- und Tagebucheinträge durchgegangen, und ich staune, wie viele richtig gute Sachen dabei sind.
Ich schreibe immernoch an »Death be not proud«, es ist schwierig, weil die Protagonistin sich nicht gern in die Karten sehen lässt und das Thema, um das es in der Geschichte geht, für sie und für mich sehr schwer ist. Es geht stetig voran, aber ich merke jetzt schon, dass es höchstwahrscheinlich keine Kurzgeschichte wird – eher irgend etwas anderres, über dessen Genre ich mir nicht sicher bin. Ein paar phantastische Elemente sind dabei, aber es ist keine Fantasygeschichte.
Mal sehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Eigene Schreibe

Vieeele schöne Punkte …

Hallo! 😀

Die letzten zwei Wochen waren arbeitsintensiv. Ich schreibe wieder viel – morgens, abends und mittags.

  • Die Notizbuchfragmente beginnen sich langsam zu stapeln, ich fange an, meine Morgenseiten- und Notizbücher durchzusehen und Dinge anzumarkern, die ich verwerten möchte. Es ist viel mehr als erwartet … Und das ist ein tolles Gefühl. 😀
  • Ich habe zwei Gedichte geschrieben! Das eine heißt »Lieben wir, so lieben wir uns ganz«, das andere trägt den Titel »HERR, bitte lass mich mutig sein«.  Wie man unschwer erraten kann, ist das eine ein Liebesgedicht, das andere religiös.
  • Eine Hausarbeit, die ich schon seit … lange … mit mir herumschleppe, wird langsam, aber sich fertig! Das wird jetzt auch wirklich Zeit. Immerhin melde ich mich gerade zur zweiten mündlichen Masterprüfung an …
  • Gestern habe ich die Krieger-Ausschreibung des Torsten-Low Verlages entdeckt! Ich hoffe, das mir etwas einfällt, denn meine letzte Fantasygeschichte ist ja schon einiges her. 😀
  • Der kleine Schweinehund hat sich ein neues Bilderbuch gekauft. Also werde ich in den nächsten Tagen etwas übers Vorlesen schreiben. Habt ihr Lust?
  • Ach ja – und eine neues Notizbuchfragment gibt es auch! Eigentlich war es als Anfang für eine kurze Geschichte gedacht, ist aber dann am Anfang stecken geblieben. Ich mag es trotzdem … Viel Spaß mit der Erkältung! :mrgreen:

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende! Ich werde an euch denken, wenn ich arbeiten bin …

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Projekte

Im Rausch oder Über die Begeisterung für wissenschaftliches Schreiben

Die letzten zwei Wochen waren nur auf dem Terminkalender »frei«. Tatsächlich war ich in letzter Zeit so oft in der Bibliothek wie lange nicht mehr. Und: Ich liebe es.
Ich hatte fast vergessen, wie großartig es ist, umgeben von Regalen und dem dunkelgrünen Teppich, der wahrscheinlich noch aus der Gründerzeit der Bibliothek (also aus dem 60ern) stammt, an einem der Tische zu sitzen, einen riesigen Stapel Bücher vor mir, und dann nach Beweisen für meine These zu suchen, hier zu blättern und dort nachzuschlagen, zu entscheiden, ob man dieses oder jenes Buch hinunter zum Kopierer schleppt …

Ich weiß, das klingt irre. Aber es macht riesigen Spaß!
Wer den letzten Kommentar auf meiner Seite gelesen hat, weiß, dass meine Begeisterung vom letzten Referat kommt, das ich gehalten habe. Nach jedem Referat gab es (wie üblich in Seminaren) Rückmeldungen von den anderen Teilnehmern; und es hagelte Lob und ehrliche Komplimente.

Seitdem habe ich wieder richtig, richtig Lust am wissenschaftlichen Schreiben gefunden, und die Tatsache, dass sich aus den letzten Semestern einiges angesammelt hat, macht mir keine Angst mehr, sondern ist der schieren Begeisterung gewichen, mich in den nächsten Monaten wirklich mit Themen beschäftigen zu dürfen, die mich interessieren, mich in den Diskurs einzubringen … Herrlich.

Wissenschaftliches Schreiben ist anders als Belletristik zu schreiben. Kurzgeschichten und Gedichte sind Herz, mit einem Teil für den Kopf, weil der Plot ja doch irgendwie geplant und durchdacht werden muss. Das meiste ist bei mir Herzblut, Gefühl, Intuition, sich-Hineinfallen-lassen-in-die-Geschichte-und-in-den-Protagonisten ….
Wissenschaftliches Schreiben ist genau umgekehrt: Kopf, mit ein bisschen Herzblut dabei. Der Kopf ist wichtig, weil ich akkurat und genau sein muss. Besonders wichtig ist es, die Argumentationslinie klar zu kriegen, Begriffe vernünftig zu definieren, damit der Leser jederzeit weiß, wo er gerade ist und wovon ich gerade spreche. Herzblut ist beigemischt, weil ich von dem, was ich schreibe, fasziniert und begeistert bin. Mittlerweile übrigens immer. Ich schreibe nicht mehr über Themen, die mich überhaupt nicht interessieren.

Wissenschaftliches Schreiben verschafft mir ähnliche Befriedigung wie eine gut laufende Kurzgeschichte: Ich stehe morgens auf, packe meine Sachen, fahre in die Uni, suche mir einen Platz zum Arbeiten und tauche ab.

Ich habe mich dafür entschieden, mit dem kürzesten Projekt auf meiner Liste anzufangen: Eine Arbeit zum Thema Reformation und die Rolle der Frau (bzw. die Funktionalisierung der Geschlechter durch und in der Reformation). Kann sich ja jemand was drunter vorstellen – wenigstens ansatzweise? Jedenfalls habe ich die letzten anderthalb Wochen damit verbracht, stundenlang an besagten Tischen zu sitzen, Sekundärliteratur zu sichten, zu kopieren und zusammenzufassen und mich langsam zu fragen, ob ich das alles wirklich auf der abgesprochenen Seitenzahl unterbringen könne …

Trotzdem: Der nächste Artikel kommt. Ehrlich. Und ich werde mich einem Thema widmen, das für jeden Autoren immens wichtig ist: Die Promotion seiner Bücher. Oder der Anthologien, in denen er vertreten ist. Schaut wieder rein … 😀

P.S.: Heute, nach dem Gespräch mit der betreuenden Dozentin, dann das, was ich insgeheim schon vermutet hatte: Ich habe tatsächlich mehr abgebissen, als ich auf 15-20 Seiten durchkauen kann. :mrgreen:
Egal – hab ich halt einiges nur für mich gelesen. Das wird mich nicht umbringen. Die Arbeit wird jetzt einfach in abgespeckter Version geschrieben, und ich habe mehr Zeit für die anderen Themen, die anstehen. YEAH!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Projekte

Inspiration, Teil I: Blumen und Pflanzen

Erstmal: Es tut mir Leid! Ich weiß, »morgen« ist an und für sich kein dehnbarer Begriff, aber nachdem ich vier(!) Versionen dieses Artikels angefangen habe und mit keinem zufrieden war, bin ich zum guten, alten handschriftlichen Rohtext übergegangen, und das hat dann geholfen. Sehr passend, bei diesem Artikel eine Schreibblockade zu bekommen, ich weiß. 😉 Viel Spaß beim Lesen!

 

Ich mag Blumen. Pflanzen generell. Dabei ist mir völlig egal, ob die Pflanze im Topf, in der Vase oder in einem größeren Kübel steht.

Auf meinem Schreibtisch habe ich allerdings keine Blumen stehen. Ich weiß, ich weiß, es ist gut für das Arbeitsklima  und es sieht auch ganz toll aus, aber

a) ist mein Schreibtisch zu voll und
b) bin ich ein großes Talent darin, Sachen um- oder runterzuschmeißen.

Besser keine Vase. 😉

Als Ausgleich habe ich meine Fensterbank mit Blumen  voll gestellt – mindestens zwei Pflanzen sind immer da. Eine davon sind die Tulpen, die ich mir für aus dem Supermarkt mitgenommen habe. Sehr billig, aber trotzdem sind alle drei Zwiebeln aufgegangen, und sie blühen immer noch.

Drei Tulpenzwiebeln im Topf
Rote Tulpen

Und dann ist da noch der Ficus. Den Ficus habe ich vor Weihnachten(!) gekauft und er lebt immer noch. Das ist echt großartig, weil ich gerne mal vergesse, meine Zimmerpflanzen zu gießen.

Mein Ficus
Mein Ficus – ca. drei Monate alt

Warum die Pflanzen unter Inspiration stehen? Jedes Mal, wenn es gerade nicht so gut läuft, guck ich zur Fensterbank und ich merke: „Ich kann.“ Und selbst wenn damit nur gemeint ist: »Ja, ich schaffe es, zwei Topfpflanzen regelmäßig zu gießen« (etwas, für das man selten ausgezeichnet wird) – manchmal hilft selbst das. Es kann eben doch so einfach sein. 😉

Übrigens: Wer keine Blumen mag, weil er unter Heuschnupfen leidet, Blumen nicht leiden kann oder auch schlicht und ergreifend keinen Platz hat, der kann sich auch ein Teelicht in die Nähe des Schreibplatzes stellen (ich hab eins auf dem Schreibtisch). Kieselsteine, Knöpfe, ein kleines Stofftier, eine Postkarte … Irgend etwas, das man mag und das man gern bei sich hat.

Vielleicht stellst du fest, dass du kein Fan von »Atmosphäre« bist. Aber falls doch – dann mach ruhig. Schließlich soll Schreiben Spaß machen. 😉

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Handwerk

Vier todsichere Tipps, um endlich mit dem Schreiben zu beginnen

Vor ca. zwei Wochen habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben. Die Idee kam mir beim Spülen, und sobald ich damit fertig war, setzte ich mich an den Laptop und fing an zu tippen. Es war wundervoll. Die Geschichte schrieb sich wie aus einem Guss, und ich war mehr als zufrieden.

Ich war sogar so zufrieden, dass ich außer  Mo  noch eine liebe Kollegin testlesen ließ. (Danke nochmal, euer Feedback war super! :D)

Gestern wollte ich mich dann an die Überarbeitung machen. Ganz in Ruhe alles einmal durcharbeiten.
HA-HA.

Plötzlich hatte ich hunderttausend Sachen zu tun, unter anderem:

  • Wäsche abnehmen (irre wichtig, um schreiben zu können).
  • Kakao machen (denn ohne kann ich auf einmal nicht mehr schreiben).
  • Ausprobieren, ob weißes Rauschen tatsächlich die Konzentration steigert (tut es nicht – jedenfalls nicht meine).
  • Wichtige Artikel im Netz lesen: »Verbessern Sie Ihr Zeitmanagement zum kreativen Schreiben!« (kein Kommentar).

Und dabei wusste ich: ›Du willst gar keinen Kakao. Du drückst dich nur vor dem Schreiben!‹ Von den restlichen Sachen gar nicht zu reden …

Letztendlich habe ich an der Geschichte gearbeitet, zwei von fünf Seiten stehen jetzt, aber mir sind gestern Abend wieder vier todsichere Tipps eingefallen, die garantieren, dass man wirklich, wirklich schreibt.

1. Hör auf, dir was vorzumachen.
Du willst keinen Kakao. Oder Ziegenkäsetoast mit Tomaten und Rucola. Und du hast auch deine letzten fünf Geschichten ohne grün geblümte Strickmütze geschrieben. (Die Mütze trägst du sowieso nie, weil du Angst hast, dafür verprügelt zu werden.)

2. Setz dich an den Schreibtisch.
Oder stell dich ans Schreibpult. Oder leg dich aufs Bett. Wo du halt schreibst.

3. Setz dir ein Limit.
Das kann eine bestimmte Seitenanzahl sein oder eine Zeit, meinetwegen »zehn Minuten«. Stell dir die Eieruhr, das Handy oder schau zur Not auf die Uhr. Kleine Einheiten sind besser als große. Weniger ist mehr.

4. Fang einfach an.
Mach dir klar: Egal, wie gut es ist, mindestens einmal wirst du das, was du schreibst, ohnehin noch überarbeiten wollen. Also: Hau rein!

Egal, was andere schreiben oder erzählen, aber diese vier Schritte sind für mich der einzig garantierte Weg, etwas geschafft zu bekommen.
Natürlich ist es okay, eine Kerze anzuzünden, die Glückssocken anzuziehen und mit dem Hund rauszugehen, bevor er sich unter der Tür durchgräbt. All das ist okay – solange man dabei das Schreiben nicht vergisst.

Mach dir nichts vor.
Setz dich hin.
Setz dir ein Limit.
Und dann
Fang einfach an.

Denn dazu bist du Schriftsteller.

10 Kommentare

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Handwerk

Das neue Projekt: »Silberschmuck und totes Herz« (AT)

Seit einiger Zeit bin ich wieder mit dem Schreiben einer neuen Kurzgeschichte beschäftigt. Wobei »neu« ein relativer Begriff ist; die ersten Sätze stammen vom  16. Februar (das weiß ich auch nur deshalb so genau, weil ich meine Notizbucheinträge datiere). 😉

Seit ca. Ende Oktober schreibe ich aber regelmäßig an ihr – und es geht langsam, aber stetig voran. Das ist meistens so.
Meine Kurzgeschichte beginnen mit einem oder mehreren Sätzen in meinem Kopf. Habe ich sie niedergeschrieben, kommt der Rest portionsweise nachgeträufelt – manchmal, während ich schreibe, manchmal auch erst, wenn ich sie einige Zeit in Ruhe lasse. Es ist ein bisschen wie Erich Kästners Beschreibung für Ideen in »Emil und die Detektive«.

Außerdem hängt das Schreibtempo von den Protagonisten ab.
In »Glasklar« zum Beispiel hat Markus irre viel über sich erzählt. Irrelevante Sachen. Interessant, klar, für jemanden, der Fragebögen mag (und ich mag Fragebögen) – aber alle geschichtsrelevanten Einzelheiten  musste ich ihm aus der Nase ziehen.
Kathrin, die Protagonistin der »Narbe«, war so schüchtern, dass ich ihr einen kräftigen Schubs geben musste (Jojo übrigens auch. Ein Glück, dass sie Jojo hat …).
»Animal« hatte ich eigentlich als Charakterstudie angefangen – die Protagonisten waren dann aber schon so lebendig, dass sich die Story um sie herum entwickelt hat. Sogar am Stück, ausnahmsweise.
Bei »Joyce« war es schwieriger, weil er sich generell nicht gern in die Karten gucken lässt. Deshalb ist diese Geschichte auch nicht mehr rechtzeitig fertig geworden.
Marissa, meine »Seepferdchenkönigin«, war auch ganz schön kompliziert, aber das lag eher daran, dass ihre Geschichte »richtig« erzählen musste, um ihr gerecht zu werden.

Die jetzige Kurzgeschichte – die den Arbeitstitel »Silberschmuck und totes Herz« trägt – ist wieder anders. Ich habe die Atmosphäre eingefangen, aber meine (noch namenlose) Protagonistin verkriecht sich vor irgendetwas, und es ist irre schwer, sie in den Plot zu ziehen. Einfach, weil sie noch nicht so genau weiß, was mit ihr los ist.

Aber: Geduld ist alles. Und das aktuelle Lockmittel für sie (das übrigens auch dazu beiträgt, dass ich mit der bisherigen Geschichte sehr zufrieden bin) stelle ich im nächsten Posting vor. 😉

Ach so: »Silberschmuck und totes Herz« ist übrigens für die Ausschreibung »Fantastische Bibliotheken« des Torsten Low Verlags gedacht. Ich liebe Bücher. Und Bibliotheken auch. Wer neugierig geworden ist, sollte unter »Projekte« auf diesem Blog suchen (oben in der Leiste) – dort ist auch der Link zum Verlag zu finden. 😀

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ausschreibungen, Eigene Schreibe, Projekte