Wie man Steine verdaut

In mir ist eine tiefe Ruhe und ein großer Frieden.

Momentan glaube ich, dass diese Ruhe, diese starke Ruhe und dieser Frieden in mir ausreichen, um mit Vielem fertig zu werden. Diese Ruhe habe ich letzte Woche in meinem Tagebuch als „weit entfernten See in mir“ beschrieben, und es scheint tatsächlich so zu sein – keine sprudelnde Quelle, sondern ein ruhiger See, der unterirdisch gespeist wird und den ich nicht verliere.

Es ist, als schlage ich die Steine, die sich mir auf Magen und Seele legen wollen, in etwas Fluffiges, Glattes, Weiches und Weißes ein, etwa wie geschlagener Eischnee.
Dieses „Weiße“ ist sehr sanft nach außen hin, so dass es mich nicht verletzt – im Innen aber tobt ein schrecklicher Kampf, denn das Weiße zersetzt die Steine und macht sie, wenn schon nicht zu einem schmackhaften Nahrungsmittel, so doch zu etwas, dass ich vollends herunterschlucken und verdauen kann.

Die Nährstoffe, das sind die Lehren und die Selbsterkenntnis, die ich aus den Steinen gewinnen kann, speichere ich ab; das Unverdauliche aber, der Selbsthass, die Traurigkeit und die Selbstvorwürfe –  sie gehen verloren und werden abgestoßen. (Vielleicht heißt ja genau das: „Wie ein erwachsener Mensch mit etwas umgehen“?)

Aus meinen Morgenseiten, 22. März 2013

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