Vier todsichere Tipps, um endlich mit dem Schreiben zu beginnen

Vor ca. zwei Wochen habe ich eine Kurzgeschichte geschrieben. Die Idee kam mir beim Spülen, und sobald ich damit fertig war, setzte ich mich an den Laptop und fing an zu tippen. Es war wundervoll. Die Geschichte schrieb sich wie aus einem Guss, und ich war mehr als zufrieden.

Ich war sogar so zufrieden, dass ich außer  Mo  noch eine liebe Kollegin testlesen ließ. (Danke nochmal, euer Feedback war super! :D)

Gestern wollte ich mich dann an die Überarbeitung machen. Ganz in Ruhe alles einmal durcharbeiten.
HA-HA.

Plötzlich hatte ich hunderttausend Sachen zu tun, unter anderem:

  • Wäsche abnehmen (irre wichtig, um schreiben zu können).
  • Kakao machen (denn ohne kann ich auf einmal nicht mehr schreiben).
  • Ausprobieren, ob weißes Rauschen tatsächlich die Konzentration steigert (tut es nicht – jedenfalls nicht meine).
  • Wichtige Artikel im Netz lesen: »Verbessern Sie Ihr Zeitmanagement zum kreativen Schreiben!« (kein Kommentar).

Und dabei wusste ich: ›Du willst gar keinen Kakao. Du drückst dich nur vor dem Schreiben!‹ Von den restlichen Sachen gar nicht zu reden …

Letztendlich habe ich an der Geschichte gearbeitet, zwei von fünf Seiten stehen jetzt, aber mir sind gestern Abend wieder vier todsichere Tipps eingefallen, die garantieren, dass man wirklich, wirklich schreibt.

1. Hör auf, dir was vorzumachen.
Du willst keinen Kakao. Oder Ziegenkäsetoast mit Tomaten und Rucola. Und du hast auch deine letzten fünf Geschichten ohne grün geblümte Strickmütze geschrieben. (Die Mütze trägst du sowieso nie, weil du Angst hast, dafür verprügelt zu werden.)

2. Setz dich an den Schreibtisch.
Oder stell dich ans Schreibpult. Oder leg dich aufs Bett. Wo du halt schreibst.

3. Setz dir ein Limit.
Das kann eine bestimmte Seitenanzahl sein oder eine Zeit, meinetwegen »zehn Minuten«. Stell dir die Eieruhr, das Handy oder schau zur Not auf die Uhr. Kleine Einheiten sind besser als große. Weniger ist mehr.

4. Fang einfach an.
Mach dir klar: Egal, wie gut es ist, mindestens einmal wirst du das, was du schreibst, ohnehin noch überarbeiten wollen. Also: Hau rein!

Egal, was andere schreiben oder erzählen, aber diese vier Schritte sind für mich der einzig garantierte Weg, etwas geschafft zu bekommen.
Natürlich ist es okay, eine Kerze anzuzünden, die Glückssocken anzuziehen und mit dem Hund rauszugehen, bevor er sich unter der Tür durchgräbt. All das ist okay – solange man dabei das Schreiben nicht vergisst.

Mach dir nichts vor.
Setz dich hin.
Setz dir ein Limit.
Und dann
Fang einfach an.

Denn dazu bist du Schriftsteller.

10 Kommentare

Eingeordnet unter Eigene Schreibe, Handwerk

10 Antworten zu “Vier todsichere Tipps, um endlich mit dem Schreiben zu beginnen

  1. Mo

    Hm, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich nicht so einen tiefen Graben unter meiner Tür! -zu den hunden schiel-

    Nein, ehrlich, ich find, das sind gute Tipps und ich handhabe das auch so, wenn ich einfach mal wieder schreiben will, aber denke, doch ständig was anderes machen zu müssen.
    🙂

  2. feli

    So handhabe ich uebrigens auch das Schreiben unliebsamer Aufsaetze oder Referate. Die einzig wahren Schreibtipps!

    • Danke! Was ich daran besonders mag, ist, dass sich diese vier Tipps ja wunderbar adaptieren lassen – auf alles. Bei Unisache oder Hausarbeite funktioniert es ja letztendlich genauso. Man muss sich nur dransetzen.

  3. Hi hi, Super! Werde ich beherzigen, wenn ich meinen neuen Roman beginne. Noch plotte ich. Du hast das Internet noch vergessen …😉

    Du brauchst kein WLAN, wenn du schreiben willst! Regel 5 (für mich)

    Hau rein sagt Sylvia

    • Hihi, das stimmt. Besonders WLAN (auch wenn ich keins habe) ist da echt tödlich, weil es so einfach ist, das mal eben schnell anzuschalten.
      Bei einigen Hausarbeiten gehe ich soweit, den Laptop wirklich weg zu packen und dann für eine halbe Stunde per Hand zu schreiben (samt handschriftlichen Verweisen, wenn ich etwas nachschlagen soll). Ansonsten endet das tatsächlich in stundenlangem Surfen.😉

  4. Gute Tipps! Es gibt Phasen beim Schreiben, da kann mich nichts ablenken, und dann wieder … der kleinste Gedanke reicht schon😉 Deswegen hängt an meinem Monitor der Satz: „Schreibe, wenn du schreibst.“ Im Sinne von „surfe nicht“, „koche keinen Kakao“, „lese keine Textstellen von vor drei Wochen“, und so weiter und so fort. Manchmal hilft es, das zu lesen😉

    • Danke, Federkiel!
      Ich mag diese Phasen, in denen es nur mich und das Papier, oder nur mich und die datei gibt, am liebsten (wer nicht?), aber den Flow bekommt man ja leider nicht frei Haus und mit Abo.😉
      Der Satz an deinem Monitor gefällt mir sehr – vielleicht sollte ich mir auch sowas ähnliches aufhängen.😀

      Letztendlich hilft es glaub ich wirklich nur, sich immer und immer wieder dranzusetzen. Das habe ich auch vorgestern Abend wieder gemerkt.😉

  5. Christina

    Finde die Tipps auch sehr gut. Sie haben mir geholfen, endlich mein Manuskript fertig zu stellen.

    • Liebe Christina,
      das freut mich natürlich sehr. Es ist immer prima, wenn man irgendwo genau das richtige zum richtigen Zeitpunkt liest … Bitte hab Verständnis dafür, dass ich den Link gelöscht hab; das mit der Werbung auf meiner Seite hab ich nämlich nicht so gerne.😉

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