Schreiben für die Uni

Es gibt mehrere »Schreibarten«, die meinen Tag bevölkern.
Neben den Notizbuchfragmenten, aus denen dann meistens Ideen, kleine Texte (wie zum Beispiel die Wollmäuse) oder Kurzgeschichten entstehen, schreibe ich Morgenseiten und abends oft Tagebuch, bevor ich ins Bett gehe – meistens, um den Tag Revue passieren zu lassen und den Kopf frei zu kriegen.
Gedichte kann ich nicht planen; meistens gibt es Verse oder ganze Strophen, oft aber auch einzelne Wortphrasen, die mir im Kopf herumtanzen und bei denen ich beim Niederschreiben merke, dass da noch eine ganze (kleine) Menge nachkommt.

Zusätzlich zu der ganzen kreativen Schreiberei habe ich jetzt noch eine Hausarbeit anzufertigen; und das erfordert eine etwas andere Handhabung der ganzen Sache.  Es bedeutet, dass ich tatsächlich dranbleiben muss, wenn ich mich nicht nächsten Winter erst durch fünf Hausarbeiten ackern will, bevor ich dann hoffentlich mit meiner Abschlussarbeit anfangen kann.

Da ich ein Mensch bin, der wahnsinnig gut arbeiten kann, wenn er Spaß an etwas hat, bin ich dazu übergegangen, mir wirklich nur noch Themen für Hausarbeiten zu suchen, die mich auch tatsächlich interessieren.
Ansonsten passiert bei mir genau das, was man in der vorlesungsfreien Zeit permanent in studentischen sozialen Netzwerken zu lesen und von Freunden zu hören bekommt: Man putzt die Wohnung, wäscht die Mülleimer aus, entwickelt eine große Vorliebe für komplizierte Gerichte, die eine mindestens zweieinhalbstündige Anwesenheit in der Küche erfordern, meldet sich bei blödsinnigen Browsergames an und züchtet virtuelles Obst und Gemüse …

Um also in den Fluss zu kommen und die Hausarbeit bestmöglich in meinen Alltag zu integrieren, schreibe ich seit zwei Wochen wieder Morgenseiten: Also 20 Minuten einfach runterschreiben, was einem so durch den Kopf geht.*
Zusätzlich habe ich den Schreibtisch komplett leer geräumt, so dass wirklich nur noch Dinge in Reichweite liegen, die ich entweder brauche, oder die mich nicht stören (also Glücksbringer, Fotos und so).
In den folgenden Wochen werde ich mich jetzt durch die gesamte Literatur ackern, lesen, zusammenfassen und so viel Arbeit wie möglich vorwegnehmen. Anschließend werden Rohtexte geschrieben (das heißt also, ich schreibe die einzelnen Kapitel locker herunter), die dann überarbeitet und »verwissenschaftlicht« werden.
Sehr geholfen hat mir bei dieser Art zu arbeiten Judith Wolfsbergers Buch »Frei geschrieben!«, dass eigentlich in jedes Proseminar übers Hausarbeitenschreiben gehört …

Durch dieses zusätzliche Projekt bin ich mir momentan nicht ganz sicher, ob und wie viele Notizbuchfragmente ich in den nächsten Wochen werde posten können; ich werde aber auf jeden Fall Bescheid geben.
Ärgerlich ist es nur, dass momentan unsere foreninterne Ausschreibung läuft, für die ich auch bereits eine Kurzgeschichte eingereicht habe (dazu später mehr); und ich kann mir sicher sein, dass ich ganz viel Lust bekommen werde zu schreiben, wenn ich eigentlich an der Hausarbeit sitzen müsste.😉

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende und einen ganz tollen Tag!🙂

*Das Konzept der Morgenseiten stammt von Julia Cameron, einer amerikanischen Schriftstellering, deren Buch »The Right to Write« (»Von der Kunst des Schreibens«) man unbedingt gelesen haben sollte, wenn man sich für kreatives Schreiben interessiert.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Handwerk

3 Antworten zu “Schreiben für die Uni

  1. Schau mal an. Bei den Gedichten gehts mir ganz genau so.

  2. Ernsthaft? Cool – ich find das ja immer sehr spannend, zu gucken wie andere ihre Texte schreiben. Aber ein bisschen schade ist es doch, oder? Denn ich kann mir halt nie sicher sein, wann die nächste Portion „kommt“ …😉

    • Das geht bei mir meistens in größeren Tranchen. In der Regel fällt mir irgendwann ein zentrales Element ein, ein Reim, der mir aus irgendwelchen Gründen so gut gefällt, dass ich ein Gedicht draus machen will. Hier war es zum Beispiel nur Glen Cooks fantastischer Aphorismus „Soldiers live – and wonder why“, und ich wusste, dass da ein Gedicht drin steckt.
      Na gut, eigentlich ist das ein schlechtes Beispiel, denn da kam immer nur alle paar Tage mal ein Vers dazu, normalerweise geht das ruckartiger, aber trotzdem…

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